Externes Audit als Management-Instrument für die Instandhaltung

Die systematische und unabhängige Bewertung eines vorhandenen Zustands wird als Audit bezeichnet. Damit wird untersucht, ob – bzw. wie weitgehend – Prozesse und Tätigkeiten sowie deren Ergebnisse den Anforderungen entsprechen und ob sie geeignet sind, die Unternehmensziele zu erreichen. [1]

Abgleich des Ist-Zustands mit Unternehmenszielen

DIN EN ISO 9001 [2] für Qualitätsmanagement (aber auch DIN EN ISO 14001 [3] für Umweltmanagement) weisen auf die enorme Bedeutung unabhängiger Audits für den Abgleich von Unternehmensvorgaben und deren Umsetzung hin.

Grundsätzlich sind die jeweiligen Mitarbeiter verantwortlich, dass Vorgaben mit Hilfe von geeigneten Prozessen umgesetzt, Systeme aufrechterhalten oder Produkte entsprechend hergestellt werden. Die Führungsebene muss dafür die nötigen Bedingungen schaffen. [5]

Mit einem Audit verfolgt das Management zwei wesentliche Ziele:

  • Es überwacht die Erfüllung der gewünschten Forderungen. Die Unabhängigkeit von den überwachten Stellen gewährleistet unabhängige und objektive Ergebnisse.
  • Die Ergebnisse sind direkte Grundlage für Verbesserungsmaßnahmen, idealerweise im Rahmen eines Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP/, PDCA).

Sofern nicht ohnehin externe Prüfungen mit Zertifizierung verlangt werden, können unabhängige und aussagekräftige Audits nur durch externe und spezialisierte Dienstleister- oder Beratungsunternehmen sichergestellt werden.

Aufwand und Nutzen von Audits

Dem unbestrittenen Nutzen von geeigneten Audits steht gerade aus technischer Sicht der Aufwand entgegen, der durch Audits selbst, vor allem aber bei der geforderten Umsetzung von Verbesserungen, entstehen: Der bürokratische Aufwand durch Qualitäts- oder Sicherheitsanforderungen ist zweifellos in den letzten Jahrzehnten massiv gestiegen. [6]

Dem kann durch Audit-Anpassungen begegnet werden:

  1. Die technische Sichtweise wird im Audit in den Vordergrund gerückt. Andere und normalerweise zentrale Auditierungs-Gesichtspunkte (Qualität, Sicherheit) spielen nur am Rande eine Rolle.
  2. Das Audit-Ergebnis – der Soll-Ist-Vergleich –, aus dem Abweichungen ermittelt und später Verbesserungen erarbeitet werden, wird unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten angepasst. Damit wird verhindert, dass einzelne Themen überreglementiert werden.

Audit-Fokusierung

Je nach Audit-Typ werden unterschiedliche Bereiche abgedeckt: Für die mechanische Instandhaltung ist das Schmierungsaudit klassisch etabliert. Ähnlich altbekannt sind Audits zum Thema Lagerhaltung und Ersatzteile. Immer weiter an Bedeutung gewinnen Systeme in den Bereichen Instandhaltungs-Planung und -Steuerung, bzw. Enterprise Ressource Planning (IPS-System, ERP-System).

Sollen in einem Audit mehrere Bereiche eines Systems überprüft werden, so wird die Durchführung des Audits anspruchsvoller, auch wenn nur anhand von Stichproben vorgegangen wird. [5] Vermieden wird dabei jedoch eine isolierte Optimierung eines Bereichs: Der Systemnutzen rückt in den Vordergrund.

Praxisbeispiel: Netzdiagramm stellt Ergebnisse eines Instandhaltungs-Audits (Mainenance Effinciency Assessment) dar
Ergebnisse eines Instandhaltungs-Audits

Nebenstehendes Praxisbeispiel zeigt ein Netzdiagramm, das die Ergebnisse eines Systemaudits „Maintenance Efficiency Assessment“ darstellt. Die blau dargestellte Fläche repräsentiert den Ist-Zustand, die orangene Fläche stellt das Ziel dar, wobei die theoretisch erreichbaren Werte (weißer Bereich) darüber hinaus gehen.

 

Beratungsleistungen

I-Care bietet unabhängige Auditierung von Industrie-Instandhaltung europaweit an. Dabei können einzelne Bereiche oder Gesamtsysteme betrachtet werden. Brachenspezifische Erfahrungen (Benchmarking) und zusätzliche unternehmensspezifische Erfordernisse können jeweils berücksichtigt werden.

Das Unternehmen ist europäischer Marktführer für spezialisierte Dienstleistungen rund um moderne Instandhaltung. Das Leistungsangebot umfasst unter anderem auch strategische Optimierungen und Dienste zur zustandsorientierten und vorausschauenden Instandhaltung.

[1] Strunz, Matthias: Instandhaltung. Berlin, Heidelberg : Springer, 2012

[2] DIN EN ISO 9001: Qualitätsmanagementsysteme - Anforderungen (ISO 9001:2015); Deutsche und Englische Fassung EN ISO 9001:2015 (Deutsche Norm), 2015.

[3] DIN EN ISO 14001: Umweltmanagementsysteme - Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung (ISO 14001:2015); Deutsche und Englische Fassung EN ISO 14001:2015 (Deutsche Norm), 2015.

[4] DIN EN ISO 19011: Leitfaden zur Auditierung von Managementsystemen (ISO 19011:2011); Deutsche und Englische Fassung EN ISO 19011:2011 (Deutsche Norm), 2011.

[5] Pfeifer, T. ; Schmitt, R. (Hrsg.): Masing Handbuch Qualitätsmanagement. 6. Aufl. : Carl Hanser, 2014

[6] Verein Deutscher Ingenieure e.V.: Qualitätsmerkmal „Technische Sicherheit“ (Denkschrift), 2010