Vorausschauende Instandhaltung

Nach Moubray gibt es 4 Instandhaltungsstrategien: Ausfallbehebung, Zeitgesteuerte periodische Instandhaltung, Zustandsorientierte Instandhaltung und Vorausschauende Instandhaltung
Strategien in der Instandhaltung [4]

Die vorausschauende Instandhaltung – laut DIN EN 13306 [1] voraussagende Instandhaltung oder
englisch Predictive Maintenance (PRM) – ist aus der Weiterentwicklung von zustandsorientierter Instandhaltung entstanden [2].

Obwohl vorausschauende Instandhaltung mitunter auch nur als Teil einer zustandsorienten Instandhaltung verstanden wird [3], setzt sich die nebenstehend abgebildete Sichtweise mehr und mehr durch, wonach diese eine eigenständig zu betrachtende 4. Grundstrategie in der Instandhaltung ist.

Kennzeichnende Merkmale

DIN EN 13306 definiert vorausschauende Instandhaltungs­maßnahmen als Handlungen, die abhängig von einer Prognose eingeleitet wird. Diese Vorhersage basiert entweder auf Trendanalysen oder bei bekannten Mechanismen auf der Auswertung der jeweils nötigen Parametern. Die Norm grenzt demnach die vorausschauende Instandhaltung von zustandsorientierter Instandhaltung insofern ab, dass letztere nur den Ist-Zustand einer Anlage berücksichtigt.

Vorteile

Der Abnutzungsvorrat wird ab einem Ausgangszustand über der Zeit kontinuierlich verkleinert, bis schließlich an der Abnutzungsgrenze erreicht wird. Instandsetzung vergrößert den Abnutzungsvorrat wieder.
Schema einer Bauteilabnutzung [DIN 31051, S. 8]

Je nach Anwendungsfeld lassen sich verschiedene Vorteile einer vorausschauenden Instandhaltungs­strategie nutzen:

  • Benötigt ein Komponenten­tausch einen langen Vorlauf, beispielsweise Lieferzeit bei komplexen Getrieben oder Offshore-Einsatz, so lässt sich nur durch Einsatz einer vorausschauenden Instandhaltungs­methode die nebenstehend skizzierte Abnutzung gezielt ausnutzen, ohne dass es zu Ausfällen kommt.
  • Die Häufigkeit von routinemäßigen Offline-Messungen kann verringert werden, wenn Trendanalysen durchgeführt werden und/oder der Verlauf der Bauteil­abnutzung bei den vorhandenen Betriebs­bedingungen abgeschätzt werden kann.

In beiden genannten Fällen werden Kosten gegenüber zustandsorientierter Instandhaltung eingespart [5]. Dies gelingt ohne Einbußen bei Zuverlässigkeit und Funktionssicherheit der betrachteten Instandhaltungs­objekte. Damit ist dieses Instandhaltungs­konzept gerade unter ökonomischen Gesichtspunkten für viele Einsatzmöglichkeiten prädestiniert.

Leistungen von I-care

I-care bietet als europäischer Marktführer Dienstleistungen rund um moderne Instandhaltung an. Dazu gehören insbesondere auch Beratungsleistungen zur Wahl und Umsetzung von Instandhaltungs­strategien. Des Weiteren werden für Expertisen verschiedene Inspektionsmethoden genutzt, mit denen eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die zustandsorientierte oder vorausschauende Instandhaltung zur Verfügung gestellt werden kann. Das Angebot wird durch den Vertrieb benötigter Messtechnik sowie den passenden Schulungen abgerundet.

[1] DIN EN 13306: Instandhaltung – Begriffe der Instandhaltung; Dreisprachige Fassung EN 13306:2010 (Deutsche Norm), 2010
[2] Schenk, M. (Hrsg.): Instandhaltung technischer Systeme. Methoden und Werkzeuge zur Gewährleistung eines sicheren und wirtschaftlichen Anlagenbetriebs. Heidelberg; New York : Springer, 2010 — ISBN 9783642039492  3642039499
[3] Reichel, J. ; Müller, G. ; Mandelartz, J. (Hrsg.): Betriebliche Instandhaltung. Berlin, Heidelberg : Springer, 2009 — ISBN 978-3-642-00501-5, 978-3-642-00502-2
[4] Matyas, Kurt: Ganzheitliche Optimierung durch individuelle Instandhaltungsstrategien. In: Industrie Management Bd. 18 (2002), Nr. 2, S. 13–16

[5] Moubray, John: RCM II, Reliability-centred Maintenance : Elsevier, Butterworth-Heinemann, 1997. — ISBN 9780750633581
[6] DIN 31051: Grundlagen der Instandhaltung (Deutsche Norm), 2012