DIN-Normen der Instandhaltung

Es gibt zahlreiche Normen und Richtlinien, die sich mit Instandhaltung befassen. Einige sind branchenspezifisch, andere gar auf ein Produkt zugeschnitten. So gibt es beispielsweise für sicherheitsrelevante Einrichtungen wie Gasflaschen oder Feuerlöscher eigene Normen zur Instandhaltung.

Behandelt werden nicht nur technische Maßnahmen, sondern auch vorbereitende und logistische Handlungen im Umfeld der technischen Instandhaltung. Auch auf zu erstellende Dokumentation wird eingegangen.

Dieser Artikel befasst sich mit den beiden übergeordneten Normen DIN 31051 und DIN EN 13306.

Übergeordnete Normen

Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung als Elemente der Instandhaltung
Unterteilung der Instandhaltung [DIN 31051, S. 4]

DIN 31051 [1] nennt sich Grundlagen der Instandhaltung und definiert seit 1974 eine Grundstruktur. Danach gliedert sich Instandhaltung in Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung.


Obwohl die genannte Norm zahlreiche weitere Begriffe definiert, hat sie in den letzten Jahren an Bedeutung verloren: Sie wird zunehmend von der erstmals 1998 vorgestellten 3-sprachigen DIN EN 13306 [2] Begriffe der Instandhaltung verdrängt. Lediglich Bezeichnungen, die in dieser Norm noch nicht integriert sind, werden von DIN 31051 ergänzend genannt.

Aufbau von DIN EN 13306

Die derzeit gültige Fassung stammt von 2010 und gliedert Begriffsdefinitionen auf deutsch, englisch und französisch in 10 Bereiche:

Instandhaltung definiert nach DIN EN 31051
Ausschnitt aus den Begriffsdefinitionen [DIN EN 31051, S. 6]

Unter Grundbegriffe werden 9 Bezeichnungen von allgemeiner Bedeutung erläutert. Gezeigt wird hier exemplarisch der Anfang der Definition von Instandhaltung.

Es folgt der Abschnitt Begriffe zu Einheiten, in dem Objekte beschrieben werden, die entweder instandzuhalten sind oder der Instandhaltung dienen.

Weiter geht die Norm auf Eigenschaften von Einheiten ein: Hier werden etwa Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit, aber auch Veralterung (Obsoleszenz) beschrieben.

Zudem werden Ausfälle und Ereignisse festgelegt. In diesem Abschnitt werden auch Ausfallmechanismen, Schwere und die Kritizität eines Ausfalls definiert. Fehler und andere Zustände sind in einem separaten Abschnitt davon abgegrenzt.

Unter Instandhaltungsarten werden die bekannten Instandhaltungsstrategien beschrieben und definiert. Mit Instandhaltungstätigkeiten werden auch die Aktivitäten im Umfeld von Instandhaltungsmaßnahmen mit einer einheitlichen Sprache erfasst.

Zeitbezogene Begriffe grenzt verschiedene Phasen der Instandhaltung gegeneinander ab. Instandhaltungshilfsmittel und Werkzeuge nennt übliche Optimierungsmethoden.

Abschließend werden Wirtschaftliche und technische Faktoren erwähnt, beispielsweise die aus dem englischen bekannten MTBF und MTTR.

Es folgt ein Anhang, in dem mehrere Begriffszusammenhänge grafisch dargestellt sind. Auch dieser liegt dreisprachig vor. Ein Stichwortverzeichnis listet die in der Norm definierten Begriffe nochmals auf und liefert die englische und französische Übersetzung.

Bedeutung

Der Sinn der Normen DIN 31051 und DIN EN 13306 liegt weniger darin, einen Stand der Technik zu definieren. Vielmehr schaffen sie durch zahlreiche detaillierte Definitionen eine gemeinsame Sprache, so dass Missverständnisse zwischen allen mit der Instandhaltung beschäftigten Personen vermieden werden. Die besondere Leistung der DIN EN 13306 ist demnach ihre Dreisprachigkeit: Dadurch wird die Kommunikation in mehrsprachigen Projekten erheblich vereinfacht.

I-Care nutzt als europäischer Marktführer diese Normen als Basis: Mit eindeutig definierten Begriffen können gerade in international vernetzten Instandhaltungsprojekten Reibungsverluste vermieden und ein rascher Projektfortschritt sichergestellt werden.

[1] DIN 31051: Grundlagen der Instandhaltung (Deutsche Norm), 2012.
[2] DIN EN 13306: Instandhaltung – Begriffe der Instandhaltung; Dreisprachige Fassung EN 13306:2010 (Deutsche Norm), 2010.