Instandhaltungsstrategie mit FMEA

Die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) ist inzwischen etabliertes Werkzeug in der Produktentwicklung. Unbekannter sind ihre Einsatzmöglichkeiten für Instandhaltungsoptimierung.

Die FMEA ist eine Methode, um potentielle Schwachstellen zu erkennen und Maßnahmen zur Vermeidung oder Abschwächung der Folgen zu entwickeln. Fachleute analysieren dazu systematisch mögliche Fehler, deren Ursachen und Auswirkungen. Zudem können Sie Abhilfemaßnahmen vorschlagen und bewerten. Entstanden ist sie nach dem 2. Weltkrieg im US-Militär, wurde für das Mondfahrtprogramm der USA übernommen und ab den 1970er Jahren in der Kerntechnik verwendet. Weltweite Verbreitung fand die FMEA nach der Einführung im Automobilbereich durch Ford zur präventiven Qualitätssicherung. In Deutschland ist die Methodik heute als DIN EN 60812 [1] genormt. Weitere, teilweise branchenspezifische Anwendungsrichtlinien liegen vor.

Während im englischsprachigen Raum Reliability Centered Maintenance (RCM) [2] ein etablierter Begriff ist und die FMEA als wesentliche Methode beinhaltet, ist das Konzept im deutschsprachigen Raum noch immer wenig geläufig.

Eine FMEA wird durch RCM ergänzt in ihrer Abgrenzung des Analyseumfangs und durch eine für die Instandhaltung geeignete Nutzung der FMEA-Ergebnisse
FMEA als wesentlicher Teilbereich von RCM

FMEA als Teil der Reliability Centered Maintenance (RCM); nach [3] und [4]

Die FMEA ist das entscheidende Hilfsmittel, um zu entscheiden, welche Instandhaltungsstrategie für die einzelnen Betriebsmittel geeignet ist. Dabei sollte eine Kritizitätsbewertung einbezogen werden, damit nicht unkritische Fehlzustände aufwändig optimiert werden. So kann die FMEA sogar dafür sorgen, dass gezielt Instandhaltungsmaßnahmen reduziert werden können, ohne dass die Systemverfügbarkeit nennenswert beeinträchtigt wird. [5]

Diese methodische Systemverbesserung eignet sich sowohl für neue Anlagen zur Einrichtung von Instandhaltungsplänen, als auch für bestehende Anlagen. Optimierungsmaßnahmen vorhandener Anlagen und deren Instandhaltung sind insbesondere dann lohnenswert, wenn die Anlage Verfügbarkeits- oder Qualitätsprobleme bereitet oder untypisch hohe Wartungskosten verursacht.

I-care ist europäischer Marktführer dieser spezialisierten Ingenieurdienstleistung und führte bereits in den verschiedensten Branchen erfolgreich FMEAs zur zuverlässigkeitsorientierten Instandhaltung (RCM) durch. Kennzeichnend ist die hohe Anpassungsfähigkeit des Verbesserungsprozesses an die kundenspezifischen Anforderungen, die geringen Eingriffe in Produktionsabläufe und eine zügige Projektabwicklung.


[1] DIN EN 60812: Analysetechniken für die Funktionsfähigkeit von Systemen – Verfahren für die Fehlzustandsart- und -auswirkungsanalyse (FMEA) (IEC 60812:2006); Deutsche Fassung EN 60812:2006. Deutsche Norm, 2006.
[2] SAE JA 1011: Evaluation Criteria for Reliability-Centered Maintenance (RCM) Processes. SAE International, 2009.
[3] Braaksma, Anne J. J.: Asset information for FMEA-based maintenance. Dissertation, Reichsuniversität Groningen, 2012.
[4] Plucknette, Douglas J.: Reliability Centered Maintenance using… RCM BLITZ. Reliabilityweb.com, 2008.
[5] Schenk, M. u.a.: Fabrikplanung und Fabrikbetrieb. Springer, 2014.